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  • Magnus Kyre

Wie komme ich in den Flow? ✨

Aktualisiert: 25. Mai


Häufig wird Flow wahrgenommen als einen psychologischen Zustand mit intensiver Konzentration auf eine Tätigkeit. Wenn wir im Flow sind, versinken wir in der gegenwärtigen Handlung und verlieren dabei oftmals das Zeitgefühl sowie das Bewusstsein für alles andere um uns herum. Es ist ein bissschen so, als ob die Zeit stillsteht und wir uns vollständig auf das konzentrieren, was wir gerade tun.


Dieser Zustand wurde erstmals vom Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi in den 1970er Jahren erforscht und beschrieben. Er fand heraus, dass Menschen sich im Flow befinden, wenn sie eine optimale Balance zwischen ihren Fähigkeiten und den Anforderungen einer bestimmten Aufgabe erreichen. Das heißt: Wenn die Anforderungen zu hoch sind im Vergleich zu unseren Fähigkeiten, reagieren wir mit Stress oder Angst. Sind sie zu niedrig, können wir uns gelangweilt fühlen. Aber wenn die Anforderungen genau mit unseren Fähigkeiten übereinstimmen, dann sind wir im Flow (englisch: Being in the zone).


Diese Gedanken hat Csikszentmihalyi in sein inzwischen weit verbreitetes Modell des "Flow-Kanals" einfließen lassen und in einen modifizierten Ansatz des "Flow-Zustands" weiterentwickelt. Hier zeigt sich: das Flow-Erleben benötigt ausdrücklich ein gewisses Maß an Herausforderungen sowie die Fähigkeit, mit diesen umzugehen.


Während wir im Flow sind, fühlen wir uns oft besonders kreativ, produktiv und zufrieden. Unsere Handlungen scheinen mühelos zu sein, und wir erleben ein Gefühl der Kontrolle über unsere Handlungen. Dieser Zustand ist auch mit einem starken Gefühl des Engagements verbunden, da wir uns vollständig auf das konzentrieren können, was wir tun, und unsere Aufmerksamkeit nicht durch ablenkende Gedanken gestört wird.


Dabei ist wichtig zu beachten, dass der Flow-Zustand nicht nur bei kreativen Tätigkeiten auftritt, sondern in vielen verschiedenen Situationen erlebt werden kann, sei es beim Sport, bei der Arbeit, beim Musizieren oder sogar während einer tiefen Unterhaltung.


 

Um den Flow für sich und seine Arbeit zu steigern, gibt es verschiedene Ansatzpunkte, die wir aktiv einsetzen können:


1. vieltfalt und Autonomie für mehr Flow

Vielfalt und Autonomie spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung des Flow-Zustands am Arbeitsplatz. Wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Aufgaben abwechslungsreich zu gestalten und mehr Freiheit darüber besitzen, wann und wie wir sie durchführen, fühlen wir uns oft motivierter und engagierter. Die Möglichkeit, unsere Arbeit nach unseren eigenen Vorlieben zu gestalten, ermöglicht es uns, unsere Fähigkeiten besser einzusetzen und ein Gefühl von Kontrolle über unsere Tätigkeiten zu haben. Diese Autonomie gibt uns die Freiheit, uns auf die Aspekte zu konzentrieren, die für uns am bedeutendsten sind und hilft uns, uns tiefer in unsere Aufgaben zu vertiefen.


2. Identifikation

Wenn unsere Aufgaben mit unseren Interessen und Bedürfnissen übereinstimmen, sind wir eher geneigt, uns vollständig in sie zu vertiefen und unser volles Potenzial auszuschöpfen. Hier zeigt sich sehr deutlich das Gefühl von Passung und Kongruenz. Und wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Arbeit einen Sinn hat (Stichwort: Purpose) und unseren persönlichen Werten entspricht, fühlen wir uns intrinsisch motiviert und sind eher bereit, uns noch stärker einzubringen, um unsere Ziele zu erreichen.


3. Relevanz

Die Relevanz und Bedeutsamkeit der Aufgabe können durch regelmäßige Reflexionen über die Auswirkungen unserer Arbeit gestärkt werden. Indem wir uns bewusst machen, wie unsere Tätigkeiten zu den übergeordneten Zielen und Zwecken des Unternehmens bzw. unseres eigenen Lebens beitragen, können wir eine tiefere Verbindung zu unserer Arbeit aufbauen und ein Gefühl der Bedeutung und Erfüllung entwickeln. Darüber hinaus können wir durch die bewusste Schaffung von Bedeutung in unserer Arbeit den Flow-Zustand fördern, zum Beispiel indem wir uns persönliche Ziele setzen oder positive Veränderungen anstreben.


4. Rolle der Führung

Die aktive Unterstützung durch die Führungskraft spielt eine wichtige Rolle dabei, ein Umfeld zu schaffen, das den Flow-Zustand begünstigt. Klare gemeinsame Zielvereinbarungen helfen uns, unsere Aufgaben besser zu verstehen und unseren Fokus auf die richtigen Ziele auszurichten. Regelmäßige und angemessene Feedbacks unterstützen die Arbeit dabei ganz wesentlich und ermöglichen es uns, unsere Leistung zu verbessern und unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Eine unterstützende Führungskraft hilft außerdem, ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens zu schaffen - eine wesentliche Voraussetzung für Flow in der Arbeit.


5. Soziale Unterstützung

Schließlich trägt auch soziale Unterstützung und Spaß im Team dazu bei, den Flow-Zustand zu fördern. Wenn wir uns von unseren Kolleg/innen unterstützt und ermutigt fühlen, sind wir eher in der Lage, uns in unsere Aufgaben zu vertiefen und in den Flow zu kommen. Darüber hinaus können Spaß und die Freude, die wir bei der Arbeit erleben, dazu beitragen, positive Emotionen zu verstärken und den Flow-Zustand zu fördern. Ganz dem Motto: "Spaß ist eine ernste Sache!".


Flow ist damit für jeden einzigartig und kann anhand verschiedener Merkmale aktiv beeinflusst werden – für mehr Zufriedenheit, Stimmigkeit und Erfolg im Job.


 

Kleine Reflexion


Mache dich auf die Suche nach Tätigkeiten, die dich in den Flow bringen: Bei welchen Tätigkeiten erlebst du dich im Flow? Wo fühlst du dich manchmal überfordert, wo manchmal unterfordert? Wo ist es genau richtig?


Werfe einen Blick auf deine gesammelten Eindrücke: Wo möchtest du in nächster Zeit (z.B. im nächsten Qurtal) häufiger Flow erleben? Wie kann dir das konkret gelingen? Wie bekommst du mehr Tätigkeiten in den Flow-Kanal?


Für eine längerfristige Betrachtung: Beobachte dich im Alltag und ergänze den Flow-Kanal um weitere Tätigkeiten, die du aktuell ausübst.


Flow im Arbeitsleben

Mehr Inspiration: Csikszentmihalyi, M. (2004): Flow im Beruf, DGPP (2023).

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